Am Samstag kam die in Mexiko aufgewachsene Doppelbürgerin erstmals zum Einsatz. Mit ihrer Erfahrung aus der US-University-League und einer Saison in Bordeaux will sie den SCH weiterbringen. Carina Carballo gewann in den USA zwei Conference-Titel und stürmt neu für Horgen.

Carina Carballo

«So eine Spielerin ist ein Geschenk», frohlockt Caro Item, Trainerin der Horgner Wasserballerinnen. Im März schloss sich Carina Carballo der Equipe an. Die 25-Jährige folgte ihrem jüngeren Bruder Pablo (23), der im letzten Herbst zu Horgens NLA-Mannschaft gestossen war, aus den USA an den Zürichsee. «Er ist schuld, dass ich jetzt hier bin», lacht sie. Aber auch ihre einst aus dem Aargau nach Mexiko ausgewanderte Grossmama trug dazu bei. Carballos Mutter wuchs – wie sie selber – dort auf. «Sie hatte jedoch zwischendurch zwölf Jahre in der Schweiz gelebt», erklärt die Tochter ihre schweizerisch-mexikanische Doppelbürgerschaft.
Als zehnjähriges Mädchen ­hatte Carina Carballo mit Wasserball angefangen und bis 2009 in Mexiko gespielt. Danach zog es sie nach Kalifornien. «In Orange County trat ich einem Highschool-Team bei.» Zwei Jahre später wechselte die Angreiferin an die San Diego State University, wo sie ihr Studium in internationalen Beziehungen abschloss. In der Metropole an der Grenze zu Mexiko gewann Carballo 2014 und 2015 mit dem Uni-Frauenteam die Regular Season der Golden Coast Conference der NCAA (National Collegiate Athletic Association).

Auch die beiden Pan-American-Games, in welchen sie 2011 und 2015 mit der mexikanischen Nationalequipe um die Qualifikation für die Olympischen Spiele kämpfte, zählen zu ihren grössten Erfolgen. Ebenso wie der 2. Rang, welchen Carballo letztes Jahr mit Bordeaux in der französischen Pro-A-Ligue erreichte. «In Frankreich ist das Niveau schon tiefer als in den USA, wo Was­ser­ball ein grosses Business ist und jede sich ihren Platz im Kader hart erkämpfen muss», schildert sie. Drei bis vier Stunden Training hatten in San Diego zur Tagesordnung gehört. «Hier in der Schweiz hat Wasserball einen ähnlichen Stellenwert wie in ­Mexiko, der Sport ist mehr ein Hobby», sagt die Rechtshänderin.

Für den SCH entschied sich ­Carina Carballo nicht nur wegen ihres Bruders. Auch die NLA-Klubs Basel, Tristar und Winterthur wären für sie eine Option gewe­sen. «Aber Horgen fördert den Nachwuchs sehr und hat deshalb Zukunft», begründet die 1,75 m grosse Centerback-Spielerin. «Die Jungen sind äusserst talentiert», weiss sie aus Trainings mit Horgens U17-Mädchen und weil ihr Bruder Pablo die Buben mitbetreut. Auch sie bringt ihre Erfah­rung in den Verein ein und diesen so weiter.
«Carina hat sich bei uns extrem schnell integriert und passt auch menschlich gut ins Team», betont Coach Caro Item. Die neue Spielerin mache Horgens Frauen noch stärker. «Wichtig ist aber, dass alle mitziehen und sich nicht auf ihr abstützen», gibt Item zu bedenken. Da das Fenster für Transfers innerhalb Europa Ende Januar schloss, ist Carballo erst seit Anfang Monat spielberechtigt.

Bestens integriert ist die Doppelbürgerin nicht nur im SCH. Seit letztem Jahr gehört sie dem Nationalkader an und will so künftig auch der Schweiz zu Erfolgen verhelfen. Zudem fand die in Zürich wohnhafte Neuzuzügerin inzwischen einen Job. In der Limmat­stadt arbeitet sie seit kurzem im mexikanischen Restaurant Tlako, das heute Samstag neu eröffnet wird. «Die Gastrobranche ist neu für mich, da kann ich viel lernen.»
Carballos Schwestern spielen ebenfalls Wasserball, Diana (22) an der Uni in New York, und Lucia (19) tritt in San Diego in deren Fuss­stapfen. «Gut möglich, dass sie eines Tages auch hier landen», meint die Älteste.

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